Freiberufler werden: Das musst du beachten.

Freiberufler werden: Dein Start in die Selbstständigkeit

Freiberufler werden! Allein die Silbe „Frei“ weckt positive Assoziationen, die viele Menschen dazu verleiten, den Schritt in die freiberufliche Selbstständigkeit zu wagen. Aber wie sieht die Realität aus, wenn du freiberuflich selbstständig bist? Und wie steht es um die Themen Steuern, Versicherungen und Finanzierung der freiberuflichen Tätigkeit? Im folgenden Artikel erhältst du eine Übersicht darüber, welche Berufe für den Status als Freiberufler infrage kommen, wie der Alltag als Freelancer aussieht und welche Dinge es sonst noch zu beachten gibt.    

Freiberufler werden: Vorteile und Möglichkeiten

Für viele junge Menschen ist die Aussicht, freiberuflich zu arbeiten, äußerst verlockend. Freiberufler werden, das bedeutet in der Theorie: keine starren Arbeitszeiten, keine unsympathischen Vorgesetzten und eine Arbeit, die einhundertprozentig dem eigenen Profil entspricht. Was liegt also näher als der Schritt in die Selbstständigkeit als Freiberufler? Zu den großen Vorteilen, die du als privilegierter Freiberuflicher im Vergleich zu herkömmlichen Gewerbetreibenden genießt, zählen außerdem folgende Punkte:

  • Du musst keine Gewerbesteuer entrichten
  • Auch eine Gewerbeanmeldung ist nicht erforderlich
  • Es besteht keine Pflicht zur doppelten Buchführung, eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung genügt
  • Du musst nicht Mitglied in einer IHK werden

Doch ganz so einfach ist das Freiberufler-Dasein selbstverständlich nicht. Grundsätzlich kommen in Deutschland nur ganz bestimmte Berufe dafür infrage, von Freiberuflern ausgeübt zu werden. Zu den gesetzlich geregelten Freien Berufen gehören in erster Linie die sogenannten Katalogberufe. Dies sind Heilberufe wie Ärzte, beratende Berufe wie Steuerberater, technische Berufe wie Architekten und Kulturberufe wie Künstler. Es werden sowohl an die Ausbildung als auch an die Tätigkeit selbst recht hohe Anforderungen gestellt, ehe es zur gewünschten Anerkennung als Freiberufler durch das Finanzamt kommt. Da der Arbeitsmarkt ständig in Bewegung ist, stoßen außerdem immer wieder neue Berufsbilder zu den bisherigen Freien Berufen hinzu. Zum Beispiel kannst du heutzutage auch als Onlinejournalist oder als Ergotherapeut ein Freiberufler werden.

Wie werde ich Freiberufler?

Ob die Voraussetzungen für den Status als Freiberufler erfüllt sind, entscheidet letztlich das Finanzamt. Du kannst jedoch im Vorfeld Rücksprache mit einem Anwalt oder Steuerberater halten, um in Erfahrung zu bringen, ob deine Arbeit Aussichten hat, als freiberufliche Tätigkeit anerkannt zu werden. Du kannst anschließend deine freiberufliche Tätigkeit anmelden, indem du dem Finanzamt deinen Wunsch mitteilst. Man wird dir Bescheid geben und du erhältst einen Fragebogen, den du ausfüllen musst. Neben dieser bürokratischen Hürde gibt es jedoch noch einige andere Hindernisse, die du überwinden musst. In erster Linie sollte deine Tätigkeit Erfolgsaussichten besitzen. Das heißt, es genügt nicht, dass du besonders gut in etwas bist, eine hohe Qualifizierung besitzt und motiviert bist. Wichtig sind Auftraggeber! Als Freiberufler bist du mehr als in anderen Berufen davon abhängig, dass du Aufträge erteilt bekommst. Du solltest also frühzeitig aktiv auf potenzielle Auftraggeber zugehen, ein Marketing-Konzept erstellen und weitere Maßnahmen unternehmen, um deinen dauerhaften Erfolg als Freiberufler sicherzustellen. Auch das Thema Finanzierung spielt eine wichtige Rolle. Hier kann ein P2P-Kredit online von Privatpersonen eine gute Starthilfe für dich sein.

Beliebte Branchen und Jobs

Rund ein Viertel aller Freiberufler arbeitet in den sogenannten Freien Kulturberufen. Fotografen, Schriftsteller, Musiker, Kameraleute oder auch Schauspieler gehören also zu den häufigsten Vertretern unter den Freiberuflern. Diese Beliebtheit kommt nicht von ungefähr, denn gerade in den Kulturberufen ist es üblich, dass die Tätigkeit immer auftragsbezogen übernommen wird. Als Schauspieler oder Kameramann, der freiberuflich arbeiten möchte, übernimmst du also immer kurzzeitige Engagements oder Aufträge. Deine Bezahlung erfolgt nicht im Rahmen eines festen Arbeitsverhältnisses, sondern du erstellst (ähnlich wie ein herkömmlicher Gewerbetreibender) eine Rechnung, die der Auftraggeber bezahlt. Ebenfalls sehr beliebte und gut geeignete Berufsbilder für Freiberufler sind ärztliche und heilberufliche Tätigkeiten. Mit rund 340.000 Vertretern insgesamt stellen sie zusammengenommen sogar zahlenmäßig in Deutschland eine größere Gruppe als die Kulturberufe, die in Deutschland von rund 300.000 Menschen ausgeübt werden. Weitere relevante Gruppen, die sich in Deutschland häufig als Freiberufler anmelden, sind Rechtsanwälte (ca. 120.000) und Steuerberater (ca. 60.000).

Als Freelancer arbeiten

Die Begriffe Freiberufler und Freelancer werden häufig als Synonyme verwendet, was jedoch nur zum Teil korrekt ist. So sind die Freien Berufe (=Freiberufler) gesetzlich im § 18 des EStG geregelt. Anders die Tätigkeiten, die Freelancer übernehmen. Hierbei handelt es sich, wie schon die aus dem Englischen übernommene Bezeichnung nahelegt, oft um neuartige Berufsbilder, deren Übernahme in den Berufskatalog noch aussteht bzw. nicht erfolgt. Du kannst zum Beispiel als Freelancer arbeiten, wenn du als Softwareentwickler regelmäßig Aufträge für ein Unternehmen übernimmst. Auch als freier Mitarbeiter im sozialen oder pädagogischen Bereich oder als freier Zeitungsmitarbeiter kannst du als Freelancer arbeiten. Oft findet man dann die Bezeichnung Honorarkraft als Synonym zu Freelancer. Was die erforderlichen Behördengänge und die rechtlichen Voraussetzungen anbelangt, unterscheiden sich Freiberufler und Freelancer in manchen Punkten. So bist du als Freelancer (nicht jedoch als Freiberufler!) üblicherweise dazu verpflichtet, beim Gewerbeamt ein Gewerbe anzumelden. Auch Gewerbesteuer musst du dementsprechend entrichten.

Steuern und Versicherungen für Freiberufler

Die Themen „Freiberufler und Steuern“ sowie „Freiberufler und Versicherung“ solltest du als angehender Freiberufler nicht unterschätzen. Schließlich bist du als Selbstständiger, der freiberuflich arbeitet, anders als ein klassischer Arbeitnehmer nicht über deinen Arbeitgeber abgesichert. Du musst dich also auch auf diesem Terrain um dich selbst kümmern. Grundsätzlich kannst du als Freiberufler deine Krankenversicherung frei wählen. Du hast also die Auswahl zwischen der gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung. Für Künstler und Publizisten kommt zur Absicherung fürs Alter und gegen Krankheit auch die Künstlersozialkasse infrage. Ebenfalls auswählen kannst du, ob du in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einbezahlen möchtest. Die Beitragshöhe hierfür beträgt unabhängig vom Einkommen rund 40 € pro Monat. Zum Thema Steuerklärung für Freiberufler ist Folgendes zu sagen: Du musst zwar keine Gewerbesteuer, sehr wohl jedoch bei einem jährlichen Verdienst von mehr als 17.500 € die übliche Umsatzsteuer abführen. Grundsätzlich erhältst du alle Formulare, die als Freiberufler für die Steuererklärung erforderlich sind, beim Finanzamt oder online. Im Mittelpunkt steht dabei die Einnahmen-Überschussrechnung in der Anlage EÜR, die Auskunft über deine Einnahmen gibt.

P2P: ein Kredit für Freiberufler

Wenn du Freiberufler werden willst, hast du Jobs en Masse in Aussicht. Doch dir fehlt der nötige finanzielle Background, um alles hinzubekommen? Dann könnte der P2P-Kredit online die passgenaue Lösung für dich sein. Gerade wenn du als junger Freiberufler einen Kredit bei einer Bank möchtest, werden dir eventuell Steine in den Weg gelegt, die beim P2P-Kredit nicht vorhanden sind. Du erhältst bei dieser Kreditform von Privatpersonen online deinen gewünschten Kredit und kannst auf diese Weise zum Beispiel deine Büroausstattung oder andere Dinge, die für deine freiberufliche Tätigkeit wichtig sind, finanzieren. Durch die unbürokratische Vorgehensweise online erfährst du sehr schnell, ob du den gewünschten Kredit durch interessierte Privatpersonen erhältst oder nicht.