Wichtige Versicherungen für junge Leute

Wichtige Versicherungen für junge Leute

Mit dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums müssen sich die meisten jungen Leute zum ersten Mal selbst versichern. Doch sich im Versicherungsdschungel zurechtzufinden ist anfangs gar nicht so leicht. Deswegen schieben viele junge Leute den Versicherungsschutz auf die lange Bank. Eine fehlende Versicherung kann dich jedoch im schlimmsten Fall bis in den Ruin treiben. Deswegen verraten wir dir im folgenden Beitrag welche Versicherungen du wirklich brauchst und welche nur teurer Schnickschnack sind.

Die private Haftpflichtversicherug – eine wichtige Versicherung für junge Leute

Die private Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen für junge Leute. Sie schützt vor Schäden, die man fremdem Eigentum oder anderen Personen zufügt. Im Ernstfall muss man ansonsten mit seinem ganzen Vermögen für die Wiedergutmachung aufkommen. Das kann einen schlimmstenfalls bis in die Millionen gehen, da auch Schmerzensgeld-Zahlungen dazugehören. Diese werden beispielsweise fällig, wenn du unabsichtlich eine Person verletzt, die dann lebenslang Gesundheitsschäden davonträgt. Bis zur Volljährigkeit ist man meistens noch über seine Eltern haftpflichtversichert. Oft gilt die elterliche Versicherung sogar noch bis zum Ende des Studiums oder der Ausbildung. Manchmal greift die Familienversicherung aber nur, wenn man noch in einem Haushalt lebt. Schau also am besten einmal in den Vertrag deiner Eltern oder frag persönlich bei der jeweiligen Versicherung nach, bevor du eine eigene private Haftpflichtversicherung abschließt.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung – jetzt schon für später sorgen

Über eine mögliche Berufsunfähigkeit machst du dir als junger Mensch am Anfang deiner Ausbildung wahrscheinlich wenig bis gar keine Gedanken. Dabei solltest du genau das tun! Denn im jungen Alter hat man beim Abschluss einer solchen Versicherung gewisse Vorteile. Wenn du jung und körperlich fit bist, werden die Tarife der Berufsunfähigkeitsversicherung günstiger ausfallen als zu einem späteren Zeitpunkt. Hier verstecken sich also Sparmöglichkeiten für junge Leute, die du nutzen solltest. Außerdem: bist du noch in deiner Ausbildung und dir passiert etwas, ohne dass du versichert bist, hast du keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente durch den Staat. Und das gilt nicht nur für handwerkliche Berufe, in denen Arbeitsunfälle mit technischen Geräten wahrscheinlicher sind. Auch im Büro sind Unfälle nicht ausgeschlossen. Deswegen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten Versicherungen für junge Leute und Berufseinsteiger. Die häufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit sind jedoch Nervenkrankheiten, die jede Berufsgruppe betreffen können. Warte nicht zu lange, sondern profitier durch niedrige Tarife von den Sparmöglichkeiten. Für junge Leute bieten viele Versicherungen zudem spezielle Angebote an, mit denen du sparst und gleichzeitig für die Zukunft vorsorgst. Achte jedoch genauestens auf die Leistungen deiner Berufsunfähigkeitsversicherung. Oft wird diese nämlich an eine teure Kapitallebensversicherung gekoppelt, was total unnötig ist. Außerdem sollte die Klausel „abstrakte Verweisung“ bei dir im Vertrag ausgeschlossen sein. Sonst kann es sein, dass du im Ernstfall auf einen vergleichbaren Beruf verwiesen wirst, den du trotz Berufsunfähigkeit noch ausüben könntest.

Eine wichtige Entscheidung für junge Leute: Private oder gesetzliche Krankversicherung?

Vor dem Start in das Studium oder die Ausbildung macht man sich meistens nicht viele Gedanken über Versicherungen, da man in den meisten Fällen noch über die Eltern mitversichert ist. Man sollte sich jedoch frühzeitig Gedanken machen, ob man in Zukunft der gesetzlichen oder der privaten Krankenkasse beitreten möchte. Denn ab Beginn eines Studiums an einer staatlich anerkannten Hochschule bist du versicherungspflichtig. Wenn du bisher über deine Eltern privat krankenversichert warst musst du dich vor Studienbeginn entscheiden, ob du weiterhin privat versichert bleiben möchtest oder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln möchtest. Wenn du das nicht möchtest, musst du innerhalb von drei Monaten einen Antrag zur Befreiung von der Versicherungspflicht bei einer beliebigen gesetzlichen Krankenversicherung stellen. Ansonsten kannst du als Student bis zum 25. Lebensjahr in der Familienversicherung bleiben, sofern du nicht mehr als 400€ im Monat verdienst. Ab dieser Verdienstgrenze musst du auch als Student selbst in die Krankenversicherung einzahlen. Die Entscheidung, ob gesetzliche oder private Krankenversicherung, sollte gut überlegt sein, da sich ein späterer Wechsel schwierig bis unmöglich gestaltet. Einmal für den Verbleib in der privaten Versicherung der Eltern entschieden, gibt es während der Studienzeit kein Zurück mehr. Auch nach dem Studium ist ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung für junge Leute nicht ohne weiteres möglich. Nutze im Zweifel eine kostenlose anbieterunabhängige Individualberatung für Studenten.

Wenn du eine Ausbildung beginnst bist du von Anfang an ein selbstständiges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung. Für die Wahl des Versicherungsanbieters hast du bis 14 Tage nach Ausbildungsbeginn Zeit. Wenn du bis dahin deinem Ausbilder nicht sagst, wo du versichert werden möchtest, muss er dich bei deiner bisherigen Krankenversicherung versichern. Viele Ausbilder versuchen ihre Azubis bei der Versicherungswahl zu beeinflussen. Lass dich davon nicht beirren, du hast die freie Wahl zwischen alles Anbietern. Wenn du vorher über deine Eltern privat versichert warst raten Verbraucherschützer dazu die private Krankenversicherung als Anwartschaft weiterlaufen zu lassen. Das bedeutet, dass du später, wenn du mehr verdienst, ohne viele Probleme und ohne erneuten Gesundheitscheck wieder zurück zur privaten Krankenversicherung wechseln kannst. Außerdem bist du ab Ausbildungsbeginn auch verpflichtet in die gesetzliche Pflege- und Rentenversicherung sowie in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. Zusätzlich solltest du auch frühzeitig darüber nachdenken privat für deine Zukunft und das Alter vorzusorgen.

Ob Au-Pair, Erasmus oder Weltreise – Eine Auslandskrankenversicherung ist Pflicht

Der Schutz deiner deutschen Krankenversicherung gilt nicht lückenlos innerhalb Europas. Meistens sind folgende Leistungen bei Aufenthalt im Ausland ausgeschlossen:

• Der kostenlose Rücktransport
• Rasche Kostenerstattung
• Zahnarztbehandlungen
• Überführung im Todesfall

Wenn man sich außerhalb Europas befindet, nutzt einem die deutsche Krankenversicherung zudem gar nichts. Deswegen sollte man am besten dauerhaft eine Auslandskrankenversicherung besitzen. Dort gibt es allerdings Unterschiede, die du beachten solltest. Viele Anbieter locken mit günstigen Preisen. Dort ist es jedoch meistens so, dass der Versicherungsschutz nur für Reisen unter 45 bzw. 90 Tagen, je nach Anbieter, gilt. Schau dir deswegen genauestens die Vertragskonditionen an. Oft werden auch bestimmte Länder vom Versicherungsschutz ausgenommen. Solltest du länger im Ausland sein, weil du beispielsweise im Ausland studieren willst oder eine längere Reise planst, musst du dich um eine andere Auslandskrankenversicherung kümmern. Diese ist meistens deutlich teurer, jedoch auch häufig Pflicht, um in manche Länder überhaupt erst einreisen zu dürfen. Achte bei Abschluss einer Auslandskrankenversicherung darauf, dass du den Versicherungszeitraum relativ flexibel bestimmen kannst. Manche Anbieter bieten beispielsweise nur 24 Monate Versicherungsschutz an, was keinen Sinn macht, wenn du dich viel kürzer im Ausland aufhalten wirst.

Lebensversicherung und Hausratsversicherung – Für junge Leute nicht notwendig

Welcher Student kennt das nicht: Zum Anfang des Semesters tauchen in vielen Fachhochschulen und Universitäten Versicherungsvertreter auf, die einem mit vermeintlich hilfreichen Ratschlägen zum richtigen Versicherungsschutz verhelfen wollen. Einige Versicherungen sind jedoch für junge Leute total unnötig. Beispielsweise die Hausratsversicherung, welche Sturm-, Einbruch- und Feuerschäden absichert. Für Studenten oder Berufseinsteiger macht die Hausratsversicherung erst Sinn, wenn die Wohnungseinrichtung einen gewissen Wert hat. Für die meisten Studentenbuden wäre das also wohl eher rausgeschmissenes Geld. Ebenso die Lebensversicherung, die im Todesfall für die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen sorgt. Der Abschluss einer solchen Versicherung lohnt sich erst, wenn man eine Familie gründet. Verzichten kann man auch getrost auf Garantie- oder Handyversicherungen. Deren Leistungen nimmt man so selten in Anspruch, dass an mit einer einmaligen Reparatur meist günstiger wegkommt. Oft ist man zudem, ohne es zu merken, doppelt und dreifach abgesichert. Häufig sind Reiserücktritts- oder Gepäckversicherungen schon über die Kreditkarte, mit der man gebucht hat, abgedeckt. Achte deswegen besonders bei Abschluss von Reiseversicherungspaketen auf die Leistungen. Dazu gehört nämlich oft eine Gepäck- und Reiserücktrittsversicherung, sowie eine Unfall- und Haftpflichtversicherung.