Die erste eigene Wohnung: Kosten im Überblick

Die erste eigene Wohnung: Kosten im Überblick

Besonders für junge Leute, die ein Studium oder eine Ausbildung beginnen, ist die erste eigene Wohnung ein großer Schritt Richtung Unabhängigkeit. Bevor du allerdings mit der Wohnungssuche beginnst, solltest du dir einen Überblick verschaffen, welche Kosten auf dich zukommen werden. Ob der Weg in die Selbstständigkeit gelingt, hängt nämlich vor allem von der Finanzierung ab. Welche Möglichkeiten du hast und wie du realistisch die Kosten planen kannst, erfährst du hier.

Wie finanziere ich eine Wohnung?

Wer ein Studium oder eine Ausbildung anfängt, stellt sich die Frage: Wo und wie werde ich wohnen? Und wer nicht bei den Eltern wohnen bleiben kann oder möchte, muss schließlich nach einer Unterkunft suchen. Neben Studentenwohnheimen oder WGs kommt hier nur noch die eigene Wohnung in Frage. Doch wie soll man als junger Mensch, zumal als Student oder Azubi, eine Wohnung finanzieren? Miete, Strom, Internet, Versicherungen, Kaution, Möbel – die anfallenden Kosten können einen schnell überfordern. Aber keine Sorge: die Möglichkeiten der Finanzierung sind vielfältig und mit guter Planung ist der Traum vom selbstständigen Leben realisierbar!

Kaution, Miete & Strom: Diese Kosten erwarten dich

Bereits vor dem Einzug musst du mit Ausgaben für die neue Wohnung rechnen. In der Regel verlangen Vermieter vor einem Mietvertrag eine Kaution – oft beträgt diese 2 bis 3 Monatskaltmieten. Es ist zu dem nicht unwahrscheinlich, dass du in deiner neuen Wohnung einige Renovierungen vornehmen musst. Hierbei können Kosten für Farbe, Tapeten oder auch neue Böden anfallen. Nicht zuletzt kostet auch das hierfür benötigte Werkzeug Geld.

Ist der Mietvertrag unterzeichnet und deine erste eigene Wohnung renoviert, bekommst du es mit diesen laufenden Kosten zu tun:

Miete – Der Löwenanteil

Die Miete macht neben Lebenshaltungskosten den größten Anteil der monatlichen Ausgaben aus. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Kalt- und Warmmiete. Die Kaltmiete, auch Nettomiete genannt, meint den Mietpreis ohne Nebenkosten. Berechnet wird die Kaltmiete mit der einfachen Formel Preis pro Quadratmeter mal Quadratmeterzahl der Wohnung. Die Höhe hängt dabei vor allem von der Stadt bzw. der Lage ab.

In der Warmmiete sind die Nebenkosten, sogenannte Betriebskosten, hingegen enthalten. Diese Nebenkosten werden nochmal unterteilt in warme und kalte Betriebskosten:

  1. Warme Betriebskosten: umfassen die Heizkosten und ggf. die Warmwasserkosten. Hier kannst du viel Geld sparen, indem du bewusst heizt und sparsam mit Wasser umgehst. Die Höhe der Heizkosten hängt dabei stark von der Heizungsart ab. In der Regel ist in Wohnungen ein Wärmezähler installiert, der einmal im Jahr von einem Dienstleister abgelesen wird.
  1. Zu den kalten Betriebskosten zählen:
  • Grundsteuer
  • Abwassergebühren
  • Straßenreinigung
  • Müllabfuhr
  • Haftpflicht- oder Gebäudeversicherungen
  • Kosten für Hausmeister und Reinigungsarbeiten
  • Gartenpflege
  • Schornsteinreinigung
  • Beleuchtung

Als Mieter zahlst du in der Regel die Betriebskosten monatlich als Vorauszahlung. Am Jahresende musst du nach der Abrechnung entweder zu wenig bezahlte Beträge nachzahlen oder aber du erhältst zu viel gezahlte Beträge zurück. Vor Unterzeichnung des Mietvertrages für deine erste eigene Wohnung, solltest du genau prüfen, für welche dieser Kostenpunkte du aufkommen musst.

Stromkosten – wichtig zu wissen

Strom meldest du am besten bei einem separaten Anbieter an, auch wenn dir im Mietvertrag die Kosten für Strom mit angeboten werden sollten. Der Strompreis wird in Cent pro Kilowattstunde berechnet. Durchschnittlich liegt der Jahresverbrauch für einen 1-Personen-Haushalt zwischen 1300 und 1500 Kilowattstunden Strom. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 28,69 Cent pro kWh (2016) kannst du somit von jährlichen Stromkosten zwischen 372,97 und 430,35 Euro ausgehen.

Allerdings kann der Preis sehr variieren: Wird beispielsweise in Badezimmer und Küche das Warmwasser mit Strom erhitzt, steigen die Kilowattstunden wesentlich. Nicht zuletzt hängen die Kosten für Strom auch von deinem persönlichen Verhalten ab. Viel Geld kann etwa gespart werden, wenn Elektrogeräte wie Fernseher und Computer komplett ausgeschaltet sind, während sie nicht benutzt werden. Schaltbare Steckdosenleisten sind hier eine gute Methode, um die Kosten für im Standby-Betrieb laufende Geräte zu vermeiden.

Internet, Telefon und Rundfunk-Beitrag

Ein Telefon- und Internetanschluss, meist angeboten in einem Vertrag, ist fast schon selbstverständlich. Die monatlichen Kosten hängen dabei vom ausgewählten Anbieter ab. Normal ist ein Preis zwischen 20,00 und 40,00 Euro im Monat. Ein ausführlicher Vergleich verschiedener Anbieter wird sich auf jeden Fall lohnen. Nicht zu vergessen sind die Kosten für einen parallel laufenden Vertrag für dein Handy – hier kannst mit rund 15

Auch durch den Rundfunkbeitrag entstehen monatliche Kosten. Derzeit beträgt die Gebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk 17,50 Euro im Monat. Bei einem Umzug muss die neue Wohnung für den Rundfunkbeitrag auf jeden Fall angemeldet werden. In einigen Fällen kann allerdings auch eine Befreiung von dem Betrag beantragt werden.

Lebenshaltungskosten

Lebenshaltungskosten betreffen alle nötigen Ausgaben, um dein eigenes Leben finanzieren zu können. Wie viel das jeden Monat ausmachen wird, lässt sich nicht immer genau vorhersagen – schließlich spielen viele verschiedene Bereiche hier mit rein. Lebensmittel machen sicher den größten Teil aus. Wer selber kocht und bewusst einkauft, kann mit ca. 40 Euro pro Woche für Essen und Trinken hinkommen. Weitere Kosten entstehen vor allem durch Kleidung, Hygiene, Freizeit und Unterhaltung. Wie viel diese Bereiche dich jeden Monat kosten werden, liegt ganz in deiner Hand. Das Einsparpotential ist hier jedenfalls groß. Grundsätzlich ist es ratsam, Geld für neue Klamotten oder ein neues Smartphone nur dann auszugeben, wenn man es sich auch wirklich leisten kann.

Ummelden nicht vergessen!

Wenn du in deine erste eigene Wohnung umziehst, musst du deinen neuen Wohnort anmelden – das ist Pflicht. Dazu gehst du einfach zu dem zuständigen Einwohnermeldeamt – dies solle innerhalb der ersten Woche nach dem Einzug geschehen. Wer es versäumt, seine neue Adresse rechtzeitig zu melden, kann mit einem Ordnungsgeld rechnen. Das Wohnortummelden ist in der Regel kostenlos. Allerdings kann je nach Bundesland eine kleine Gebühr anfallen.

Erste Wohnung einrichten – Eine Checkliste

Wenn der Mietvertrag unterschrieben und deine erste eigene Wohnung bezugsfertig ist, kannst du dich um die Einrichtung kümmern. Auch hier ist es schwierig, die Kosten genau vorherzusagen. Schließlich hängt dies auch von der Größe der Wohnung ab und ob bereits Möbel und Küchenausstattung vorhanden sind. Für einen ersten Überblick hier eine kleine Checkliste:

  • Möbel/ Einrichtung: Bett, Schränke, Lampen, Sofa, Teppiche, Dekoration, Gardinen und Rollos
  • Küche: Esstisch, Stühle, Geschirr und Besteck, Kochtöpfe und Pfannen, Kühlschrank, Mikrowelle, Toaster, Ofen
  • Badezimmer: Spiegel, Handtücher, Duschmatte- und Vorhang, Putzmittel, Badezimmerschrank, Föhn
  • Haushalt: Staubsauger, Putzeimer, Werkzeug, Bügelbrett, Medikamente
  • Elektrogeräte: TV, Notebook/ Computer, Drucker, Radio

Wie du siehst, sind neben Möbeln auch viele Kleinigkeiten nötig, die man schnell mal vergisst. Erstelle dir am besten eine Liste mit allem, was du zum Wohnen benötigst.

Mit Privatkredit die erste eigene Wohnung finanzieren

Egal ob für ein neues Smartphone oder einen Urlaub: Mit einem Privatkredit kannst du dir Geld für ein persönliches Vorhaben oder eine Anschaffung leihen. Ein solches Darlehen eignet sich besonders gut, um die anfallenden Kosten für deine Wohnung, gerade vor dem Einzug, zu bezahlen. Allerdings haben Studenten und Azubis oft Schwierigkeiten, bei einer klassischen Filialbank einen Kredit zu erhalten und werden oftmals von vornerein abgelehnt.

Eine sinnvolle Alternative stellen hier P2P-Kredite online dar. Auf entsprechenden Online-Plattformen können Kredite bei Privatpersonen aufgenommen werden. Die Wahrscheinlichkeit, auf solchen Plattformen einen Kredit zu bekommen, ist ungleich viel höher. Der große Vorteil: Nicht eine einzelne Bank entscheidet über deinen Kredit, sondern eine Vielzahl privater Anleger. Nicht zuletzt ermöglicht die unbürokratische Abwicklung online eine schnelle Zusage und Auszahlung.